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Weiterentwicklung der Homöopathie / Empfindungsmethode / Organische Verbindungen

Die letzten 30 Jahre wurde die Homöopathie durch das Zusammenspiel vieler Homöopathinnen und Homöopathen wesentlich weiter entwickelt. Die Vernetzung über das Internet einerseits und das weltweit wachsende Interesse haben dazu geführt, dass Ideen und Entdeckungen rasch ausgetauscht und vielfach erweitert und erprobt wurden.

So wurden auch viele neue Mittel geprüft. Wegweisend war hier Jeremy Sherr, der selber qualitativ hochwertige Prüfungen durchgeführt hat und mit seinem Buch „Dynamics and methodology of homeopathic provings“ den Standard für hochwertige Arzneimittelprüfungen gesetzt hat.

Die Entwicklung von Software half dabei homöopathische Mittel in neuen Zusammenhängen zu verstehen. So bildete sich ein Verständnis für Familien homöopathischer Mittel heraus. Es zeigte sich, dass beispielsweise Pflanzenmittel oder Tiermittel derselben Familie ähnliche Symptome hervorbringen (Sankaran, Mangialavori). Jan Scholten entdeckte dass die mineralischen Mittel durch ihre Position im Periodensystem verstanden werden können. Diese Idee wurde von Sankaran aufgegriffen und weiter entwickelt.

Die Empfindungsmethode (Sensation Method) von Rajan Sankaran

Rajan Sankaran entdeckte, dass der Zustand eines Patienten sich am besten über seine „allem zu Grunde liegende Empfindung“ (Vital Sensation) verstehen lässt. Diese Empfindung prägt unser Verhalten und unser Leben wie eine andere Lebensmelodie (the other song).

Schon bisher war es das Ziel der homöopathischen Behandlung den „allem zu Grunde liegenden Zustand“ des Patienten zu erkennen und das entsprechende Mittel zu geben. Die Neuerung der Empfindungsmethode ist das differenzierte Verständnis der Erfahrungsebenen und der Arzneimittelfamilien sowie der Weg, um bis zur vitalen Empfindung zu gelangen.

Die Empfindungsmethode basiert auf den Prinzipien der klassischen Homöopathie und setzt eine sichere Anwendung derselben vorraus. Sie ist eine Erweiterung und Vertiefung des bisherigen Verständnisses der Homöopathie. In der Anwendung unterscheidet sie sich nur dadurch, dass zusätzlich zentralen Symptomen weiter auf den Grund gegangen wird und eine grössere Zahl homöopathischer Mittel in Betracht gezogen werden. Durch das Verständnis der Zusammenhänge in den Arzneimittelfamilien wird es jedoch möglich, wesentlich präziser und zielgerichteter zu verschreiben.

Links zur Empfindungsmethode (Sensation Method) von Dr. Rajan Sankaran

„The Other Song“ Besuch der Akademie von Dr. Rajan Sankaran in Mumbai


Organische Mittel und Kohlenwasserstoffe in der Homöopathie

Eine meiner Meinung massiv unterschätzte Arzneimittelgruppe sind die organischen Mittel, zu denen auch die Kohlenwasserstoffe gehören. Auf den ersten Blick mag das Thema etwas langweilig scheinen, doch der Schein trügt! Hochexplosive Arzneimittel wie Nitroglycerin und TNT gehören zu dieser Gruppe. Ebenso Mittel, denen wir täglich ausgesetzt sind wie Plastik, Benzin, Lösungsmittel, viele Nahrungsmittelzusätze, Farben, Textilien etc. etc.

Viele dieser Substanzen sind hochtoxisch und werden im Fettgewebe eingelagert. Ebenso sind sie in der Muttermilch zu finden. Wir werden einer ständig steigender Anzahl dieser Substanzen ausgesetzt, da laufend neue erfunden werden und deren Toxizität oft erst nach Jahren, wenn überhaupt geprüft und beanstandet wird. Da dürfte zu erwarten sein, dass diese Mittel auch in der Homöopathie mehr Bedeutung haben als wir es bisher erahnen.

Die explosive Vermehrung und Ausbreitung dieser Substanzen begann mit der exzessiven Ölforderung die in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Mit der Aufschlüsselung (Raffinierung) der Kohlenwasserstoffe wurden immer neue Produkte gefunden und nutzbar gemacht.

In der Homöopathie sind wohl einige Arzneimittel dieser Gruppe bekannt (z.B. Glonoinum, Petroleum etc.) , aber viele sind nur unzureichend oder gar nicht geprüft. Roger Morrison hat ein grosses Werk über diese Arzneimittelgruppe geschrieben und gibt eine grundlegende Einführung in das Verständnis der organischen Arzneien. Er zeigt deren Gemeinsamkeiten und Arzneimittelbilder auf und ermutigt dazu gerade in diesem Bereich weiter zu forschen, da eine Vielzahl von Chemikalien, denen wir ständig ausgesetzt sind, homöopathisch noch kaum erforscht sind.

Die englische Ausgabe, die ich wärmstens empfehlen kann ist 2006 erschienen. Die deutsche Übersetzung erscheint in 3 Bänden, von denen bisher der erste erschienen ist.

Literatur:
Das andere Lied (deutsche Ausgabe), Rajan Sankaran

The other Song, Rajan Sankaran

Kohlenstoff (deutsche Ausgabe), Roger Morrison

Carbon, Roger Morrison